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Stromleitung angebohrt – Was tun?

Stromleitung angebohrt – Was tun?

Aktualisiert am 06.10.26

Sie wollten nur schnell ein Loch bohren – und plötzlich knallt es oder die Sicherung fliegt raus. Sie haben eine Stromleitung angebohrt. Das passiert nicht nur Heimwerkern, sondern auch erfahrenen Handwerkern. Hier lesen Sie, was Sie jetzt tun sollten und wie Sie so etwas künftig vermeiden.

Stromkabel angebohrt – das ist jetzt zu tun

  1. Strom abschalten: Sicherung des Stromkreises ausschalten, im Zweifel den Hauptschalter.
  2. Nichts berühren: Bohrer, Bohrloch und Kabel nicht anfassen.
  3. Bereich sichern: Kinder und Haustiere fernhalten.
  4. Elektriker rufen: Auch wenn danach alles wieder funktioniert, sollte ein Fachmann die Leitung prüfen.

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Erste Schritte nach dem Anbohren

Sie haben eine Stromleitung angebohrt. Vielleicht hat es geknallt. Das ist erst mal ein Schock, aber keine Panik! Hier sind die ersten Schritte, die Sie unverzüglich nach solch einem Missgeschick beachten sollten:

Strom abschalten

Begeben Sie sich direkt zum Sicherungskasten und schalten Sie den betroffenen Stromkreis oder, im Zweifelsfall, alle Sicherungen aus. Besser einmal zu viel als zu wenig.

Bereich sichern

Markieren Sie den Bereich um das gebohrte Loch herum. So verhindern Sie, dass jemand unwissend in die Nähe kommt und sich verletzt.

Keine Berührung

Fassen Sie das angebohrte Kabel oder die Umgebung nicht an. Oft ist nicht klar, ob wirklich die richtige Sicherung ausgeschaltet wurde. Die Leitung kann also noch unter Spannung stehen.

Kinder und Haustiere fernhalten

Gerade die Neugierigen unter uns wollen oft wissen, was passiert ist. Schützen Sie Ihre Liebsten, indem Sie sie aus dem betroffenen Raum fernhalten.

Das Wichtigste: Selbst wenn Sie eine Stromleitung angebohrt haben, gibt es klare Schritte, wie Sie sicher und umsichtig reagieren können. Bewahren Sie Ruhe und gehen Sie systematisch vor.

Was passiert, wenn man eine Stromleitung anbohrt?

Trifft der Bohrer eine Stromleitung, beschädigt er die Isolierung oder die Adern. Im besten Fall löst die Sicherung sofort aus. Im schlimmsten Fall drohen ein Stromschlag oder später ein Kabelbrand in der Wand.

Die wichtigsten Gefahren im Überblick:

  • Elektrischer Schlag: Das unmittelbarste Risiko ist ein elektrischer Schlag. Dieser kann nicht nur äußerst schmerzhaft sein, sondern auch lebensbedrohlich.
  • Kurzschluss: Durch das Anbohren kann es zu einem Kurzschluss kommen. Dies kann wiederum andere elektrische Geräte in Ihrem Haushalt beschädigen.
  • Brandgefahr: Ein angebohrtes Kabel kann Funken schlagen. In Kombination mit brennbaren Materialien kann dies schnell zu einem Feuer führen.
  • Schäden an Elektrogeräten: Ein nicht korrekt funktionierendes Stromnetz kann Ihre Elektrogeräte beschädigen oder deren Lebensdauer verringern.

Es mag verlockend sein, das Thema „Stromleitung angebohrt“ zu verharmlosen, besonders wenn nach dem ersten Schock nichts Schlimmes passiert zu sein scheint. Doch es ist wichtig, die potenziellen Gefahren ernst zu nehmen und entsprechend zu handeln.

Kabel angebohrt, aber alles funktioniert?

Nicht immer löst die Sicherung aus. Hat der Bohrer nur die Isolierung beschädigt, gibt es keinen Kurzschluss. Auch wenn sich die Sicherung wieder einschalten lässt, ist die Leitung nicht automatisch in Ordnung.

Die Gefahr: Die beschädigte Isolierung kann mit der Zeit Feuchtigkeit ziehen. Dann entstehen Kriechströme, die Stelle erwärmt sich und im schlimmsten Fall entsteht ein Kabelbrand in der Wand.

An diesen Anzeichen erkennen Sie eine beschädigte Leitung:

  • Der FI-Schutzschalter löst später immer wieder aus.
  • Es riecht verschmort oder die Wand wird an der Stelle warm.
  • Licht flackert oder Steckdosen haben keinen Strom mehr.
  • Sie hören ein Knistern in der Wand.

Unser Rat: Lassen Sie die Leitung auch dann prüfen, wenn alles normal wirkt. Ein Elektriker misst den Isolationswiderstand und weiß danach sicher, ob die Leitung intakt ist.


Stromkabel angebohrt: Selbstbehebung vs. Fachmann holen

Kurz gesagt: Arbeiten an der festen Elektroinstallation gehören in die Hände einer Elektrofachkraft.

Nach dem Anbohren stellt sich schnell die Frage: Kann ich das selbst reparieren? Die klare Antwort lautet: Arbeiten an der festen Elektroinstallation gehören in die Hände einer Elektrofachkraft. Das schreiben auch die VDE-Vorschriften vor.

Dafür gibt es gute Gründe. Für eine fachgerechte Reparatur braucht es spezielles Material und Messgeräte. Ein kleiner Fehler kann zu Bränden oder Verletzungen führen. Außerdem kann eine eigenmächtige Reparatur den Versicherungsschutz gefährden. Bei der Sicherheit Ihrer eigenen vier Wände und Ihrer Familie sollten Sie keine Kompromisse eingehen.

Wie wird ein angebohrtes Kabel repariert?

So geht ein Elektriker bei einer angebohrten Leitung vor:

  1. Spannungsfreiheit herstellen
    Der Stromkreis wird abgeschaltet und gegen Wiedereinschalten gesichert. Danach wird geprüft, ob die Leitung wirklich spannungsfrei ist.
  2. Schaden freilegen
    Die Wand wird rund um das Bohrloch vorsichtig geöffnet, bis die Leitung sichtbar ist.
  3. Leitung instand setzen
    Das beschädigte Stück wird herausgetrennt. Die Enden werden mit einer zugelassenen Reparaturmuffe verbunden oder in einer zugänglichen Abzweigdose verklemmt.
  4. Messen und prüfen
    Mit einer Isolationsmessung prüft der Elektriker, ob die Leitung wieder sicher ist.
  5. Wand schließen
    Erst danach wird die Stelle verputzt. Den Feinschliff übernimmt bei Bedarf der Maler.
Gut zu wissen: Oft ist die Reparatur in ein bis zwei Stunden erledigt. Ist die Leitung an mehreren Stellen beschädigt, kann auch eine neue Leitung nötig sein.

Wer zahlt den Schaden?

Situation Mögliche Kostenübernahme
Mietwohnung Die Leitung gehört zur Mietsache. Für den Schaden haften Sie als Mieter. Viele private Haftpflichtversicherungen übernehmen Mietsachschäden. Prüfen Sie dazu Ihre Police.
Eigenes Haus oder Eigentumswohnung Die Haftpflicht zahlt nicht für Schäden am eigenen Eigentum. Die Reparatur zahlen Sie in der Regel selbst.
Folgeschäden Kommt es zu einem Brand oder zu Überspannungsschäden an Geräten, können Hausrat- oder Gebäudeversicherung greifen.
Tipp: Melden Sie den Schaden möglichst schnell Ihrer Versicherung. Fotos vom Bohrloch und die Rechnung des Elektrikers helfen bei der Abwicklung.

Vorbeugung und Tipps

Das beste Mittel gegen eine angebohrte Stromleitung ist, es gar nicht erst dazu kommen zu lassen. Mit den richtigen Vorkehrungen und Tipps können Sie vermeiden, dass Sie in eine missliche Lage geraten.

Wand vor dem Bohren prüfen

Beginnen Sie stets damit, die Wand, in die Sie bohren möchten, gründlich zu prüfen. Mit einem Leitungssucher, den es in jedem Baumarkt gibt, können Sie feststellen, ob sich Stromleitungen oder andere Leitungen in der Nähe des Bohrbereichs befinden. Dieses kleine Gerät gibt Ihnen ein sicheres Gefühl und minimiert das Risiko.

Bohrarbeiten im Voraus planen

Wo genau soll gebohrt werden? Welche Tiefe ist erforderlich? Ein bewusster Umgang mit dem Bohrer und klare Vorstellungen helfen, Fehler zu vermeiden.

Baupläne oder Informationen des Vermieters prüfen

Wenn Sie in einer Mietwohnung leben, erkundigen Sie sich bei Ihrem Vermieter oder in der Hausverwaltung. Oft gibt es Baupläne oder Hinweise, wo Leitungen verlaufen könnten.

Steckdosen und Lichtschalter berücksichtigen

Ein einfacher, aber effektiver Tipp: Bohren Sie nie in der Nähe von Steckdosen, Lichtschaltern oder bekannten Leitungsführungen. Dies minimiert die Gefahr, eine Stromleitung zu treffen.

Installationszonen kennen

Nach DIN 18015-3 verlaufen Leitungen waagerecht etwa 15 bis 45 cm unter der Decke und über dem Boden. Senkrecht liegen sie etwa 10 bis 30 cm neben Türen, Fenstern und Wandecken. Meiden Sie diese Bereiche beim Bohren.

Achtung: In Altbauten wurden diese Zonen oft nicht eingehalten.


Häufige Fragen

Muss ich einen Elektriker rufen, wenn alles funktioniert?

Ja. Die Isolierung kann beschädigt sein, ohne dass die Sicherung auslöst. Nur eine Messung zeigt, ob die Leitung sicher ist.

Kann ein angebohrtes Kabel später noch brennen?

Ja. Eine beschädigte Isolierung kann sich über Wochen oder Monate erwärmen. Im schlimmsten Fall entsteht ein Kabelbrand in der Wand.

Darf ich ein angebohrtes Kabel selbst reparieren?

Nein. Arbeiten an der festen Elektroinstallation darf nur eine Elektrofachkraft ausführen. Isolierband ist für Leitungen unter Putz nicht zulässig.

Zahlt die Haftpflicht, wenn ich ein Kabel angebohrt habe?

In der Mietwohnung oft ja, wenn Mietsachschäden mitversichert sind. Im eigenen Haus zahlt die Haftpflicht nicht.

Stromleitung angebohrt?

Haben Sie versehentlich Ihre Stromleitung angebohrt oder stehen Sie vor einem anderen elektrischen Notfall? Unser Elektronotdienst steht Ihnen bei Kurzschlüssen, Stromausfällen und beschädigten Leitungen zur Seite.

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